Hitze setzt Wildtiere unter Druck
Hitze und Trockenheit verändern die Lebensbedingungen für Wildtiere in Europa. Wenn Bäche weniger Wasser führen, Tümpel verschwinden und Waldböden austrocknen, wird Wasser für viele Tiere zu einer immer wichtigeren Ressource.
Das betrifft nicht nur Vögel, Igel oder Insekten in unseren Städten und Gärten. Auch in Europas Wäldern, auf Wiesen und in Feuchtgebieten geraten Lebensräume unter Druck.
Trockenheit erreicht Europas Wälder
Ein gesunder Wald speichert enorme Mengen Wasser und schafft durch Vegetation und Schatten ein vergleichsweise kühles Mikroklima. Doch anhaltende Trockenheit verändert dieses System.
Sinkt die Bodenfeuchtigkeit, geraten Bäume und andere Pflanzen unter Stress. Kleine Tümpel, wasserführende Gräben und temporäre Wasserstellen können austrocknen. Damit verschwinden Trinkmöglichkeiten und Lebensräume für zahlreiche Arten.
Die Folgen reichen weit über fehlendes Trinkwasser hinaus: Weniger Feuchtigkeit verändert Vegetation und Nahrungsangebot und kann ganze Nahrungsketten beeinflussen. Gleichzeitig steigt bei trockenen Wäldern die Gefahr schwerer Waldbrände.
Europa erlebt 2026 erneut ausgeprägte Trockenheit
Nach einem bereits außergewöhnlich trockenen Jahr 2025 setzte sich die problematische Entwicklung in Teilen Europas 2026 fort.
Im Juni waren große Teile West-, Mittel- und Osteuropas trockener als im langjährigen Durchschnitt. Besonders betroffen waren unter anderem Frankreich, Italien, die Schweiz, Deutschland, Polen, Ungarn, Tschechien, die Slowakei und Teile des Balkans.
Auch die Flüsse spiegelten die Trockenheit wider. In weiten Teilen Europas lagen die Abflüsse unter dem Durchschnitt – darunter auch in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Tschechien, der Slowakei und Ungarn.
Für Wildtiere bedeutet das: Wasserknappheit ist längst nicht nur ein Problem mediterraner Regionen.
Daten & Fakten
95 Prozent Europas
verzeichneten 2025 überdurchschnittliche Jahrestemperaturen.
70 Prozent der europäischen Flüsse
führten 2025 im Jahresmittel weniger Wasser als im langjährigen Durchschnitt.
11 von 12 Monaten
lagen die Flussabflüsse in Europa 2025 insgesamt unter dem Durchschnitt.
Mai und Juni 2025
brachten europaweit die niedrigsten Flussabflüsse seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen 1992.
Über 1 Million Hektar
Fläche verbrannten 2025 durch Wald- und Vegetationsbrände in Europa – der höchste Wert der verfügbaren Aufzeichnungen.
Juni 2026
brachte erneut außergewöhnliche Hitze und Trockenheit in weiten Teilen Europas. West- und große Teile Mittel- und Osteuropas waren trockener als üblich.
Was Wassermangel für Wildtiere bedeutet
Die Auswirkungen unterscheiden sich von Art zu Art.
Vögel benötigen Wasser zum Trinken und zur Gefiederpflege. Säugetiere müssen bei Hitze häufiger Wasserstellen aufsuchen. Amphibien sind besonders stark von feuchten Lebensräumen und kleinen Gewässern abhängig. Insekten wiederum benötigen sichere, flache Zugänge zu Wasser.
Im Wald kommt ein weiteres Problem hinzu: Gerät die Vegetation durch Trockenheit unter Stress, verändert sich auch das Nahrungsangebot. Früchte, Samen, Pflanzen und Insekten bilden die Grundlage komplexer Nahrungsketten.
Wassermangel wird damit zu einem Problem für das gesamte Ökosystem.
Auch kleine Maßnahmen helfen
Die entscheidende Aufgabe besteht darin, natürliche Wasserkreisläufe und Lebensräume zu erhalten: gesunde Wälder, Feuchtgebiete, natürliche Bachläufe, unversiegelte Böden und strukturreiche Landschaften können Wasser speichern und Rückzugsräume schaffen.
Aber auch im eigenen Umfeld lässt sich helfen.
Eine flache Wasserschale im Garten oder auf dem Balkon kann während heißer Perioden eine zusätzliche Wasserquelle für Vögel, Igel und Insekten bieten. Das Wasser sollte täglich gewechselt, die Schale regelmäßig gereinigt und für Insekten mit Steinen oder anderen sicheren Ausstiegsmöglichkeiten versehen werden.
Denn Europas zunehmende Hitze betrifft nicht nur uns Menschen.
Wenn Landschaften austrocknen, wird Wasser auch für Europas Wildtiere zu einer Frage des Überlebens.






