Moore – die natürlichen Klimaanlagen unserer Landschaf
Sie speichern Wasser, kühlen ihre Umgebung und helfen bei Trockenheit und Starkregen. Österreich bringt seine Moore wieder zum Leben.
Moore sind weit mehr als Feuchtgebiete. Sie funktionieren wie riesige natürliche Wasserspeicher und können gleichzeitig wie eine Klimaanlage für ihre Umgebung wirken.
Gerade in heißen und trockenen Sommern wird diese Fähigkeit immer wertvoller. Das Blinklingmoos am Wolfgangsee zeigt aktuell, was passiert, wenn ein zuvor entwässertes Moor wieder ausreichend Wasser speichern kann.
Ein natürlicher Wasserspeicher
Intakte Moore funktionieren ähnlich wie ein Schwamm. Bei starken Niederschlägen nehmen sie Wasser auf und halten es in der Landschaft. In trockenen Perioden bleibt dadurch länger Feuchtigkeit verfügbar.
Gleichzeitig sorgt die Verdunstung von Wasser für einen kühlenden Effekt auf die unmittelbare Umgebung. Moore können damit dazu beitragen, Landschaften widerstandsfähiger gegenüber Hitze und Trockenheit zu machen.
Auch bei Starkregen spielen sie eine wichtige Rolle, weil Wasser nicht sofort abfließt, sondern teilweise zurückgehalten wird.
Das Blinklingmoos zeigt, was Renaturierung bewirken kann
Im Blinklingmoos bei Strobl am Wolfgangsee wurde der natürliche Wasserhaushalt über Jahre wiederhergestellt. Frühere Entwässerungsgräben wurden verschlossen und Wasser wieder im Moor gehalten.
Gerade während trockener Perioden wird der Unterschied sichtbar: Auch wenn die Oberfläche trocken erscheinen kann, bleibt im renaturierten Moor darunter Feuchtigkeit erhalten.
Österreich belebt seine Moore wieder
Mit LIFE AMooRe – Austrian Moor Restoration läuft derzeit das größte Moor-Renaturierungsprojekt Österreichs.
Bis 2033 sollen auf rund 1.400 Hektar Moorflächen Maßnahmen zur Wiedervernässung und Renaturierung umgesetzt werden. Rund 40 Moorgebiete in allen neun Bundesländern sind Teil des Projekts.
Dafür stehen insgesamt 44,23 Millionen Euro zur Verfügung.
Der Handlungsbedarf ist groß: Österreich verfügt über rund 44.000 Hektar Moorflächen. Mehr als 90 Prozent davon sind durch frühere Entwässerungen beeinträchtigt.
Kleine Flächen mit großer Wirkung
Moore bedecken nur einen kleinen Teil unserer Landschaft und erfüllen dennoch mehrere wichtige Funktionen gleichzeitig.
Sie speichern Wasser und Kohlenstoff, schaffen Lebensraum für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten und können dabei helfen, die Folgen von Wetterextremen abzumildern.
Die Wiederherstellung von Mooren zeigt damit sehr konkret, was moderner Klima- und Naturschutz leisten kann: natürliche Systeme wieder funktionsfähig und unsere Landschaft widerstandsfähiger zu machen.
Das Blinklingmoos am Wolfgangsee ist dafür ein anschauliches Beispiel.
Manchmal liegt ein Teil der Lösung direkt unter unseren Füßen.
Daten & Fakten
44.000 Hektar Moorflächen gibt es in Österreich.
Mehr als 90 Prozent davon sind durch frühere Entwässerungen beeinträchtigt.
1.400 Hektar sollen im Rahmen von LIFE AMooRe renaturiert werden.
Rund 40 Moorgebiete in allen neun Bundesländern sind beteiligt.
44,23 Millionen Euro beträgt das Gesamtbudget des Projekts.
Conclusio
Moore zeigen, dass wir für viele Herausforderungen des Klimawandels nicht ausschließlich neue technische Lösungen entwickeln müssen. Die Natur stellt uns bereits wirkungsvolle Systeme zur Verfügung.
Moore zu schützen und geschädigte Flächen wiederherzustellen bedeutet, Wasser in der Landschaft zu halten, Lebensräume zu schaffen, Kohlenstoff zu speichern und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Hitze und Wetterextremen zu erhöhen.
Das Beispiel aus Österreich zeigt: Renaturierung wirkt – wenn wir der Natur die Möglichkeit dazu geben.












