Schon gewusst? Palmkätzchen stehen unter Naturschutz

Schon gewusst? Palmkätzchen stehen unter Naturschutz

Die Palm- oder Salweide gehört zu den wichtigsten Frühlingsboten und wichtigen Symbolen zu Ostern. Für die erwachende Tierwelt spielt die Salweide eine bedeutende Rolle. Ihre pelzigen Blüten dienen als überlebenswichtige Futterquelle für viele Insekten. Daher sind Palmkätzchen in Österreich und Deutschland geschützt.

 

Die Salweide mit ihren nektar- und pollenreichen pelzigen Blütenkätzchen ist eine der wichtigsten Futterquellen für Bienen und andere Pollensammler im Vorfrühling. Viele Insektenarten wie zum Beispiel die Raupen von mehr als 30 verschiedenen Schmetterlingsarten und viele Käfer- und Blattwespenarten, Wildbienen sind auf die Sal-Weide angewiesen. Leider sind Salweiden immer seltener in der Natur zu finden, weshalb sie unter strengem Schutz stehen.

 

Kleiner Steckbrief

Wie alle Weidenarten sind die Pflanzen entweder männlich oder weiblich. Die männlichen Salweiden erkannt man an den gelblichen Palmkätzchen. Die weiblichen Kätzchen sind grünlich und etwas unscheinbarer. Bienen fliegen zuerst die männlichen Blüten an und danach mit Pollen beladen die weiblichen. Die Weidenblüte versorgt die Bienen mit bis 70% ihres jährlichen Pollenbedarfs und ist daher essentiell wichtig.

Salweiden werden bis zu 20 Meter hoch, sind anspruchslos und zählen zu den sogenannten Pioniergehölzen. Sie wachsen bis zu einer Seehöhe von 1.500 Metern.

 

Die Schutzregelungen im Überblick

In Deutschland dürfen laut Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) § 39 zwischen 1. März und 30. September KEINE Äste geschnitten oder abgerissen werden – egal, ob diese im eigenen Garten oder in freier Wildbahn wachsen. Die Zeitspanne gilt als Schonzeit für den Baum-, Hecken- und Strauchschnitt, in der Rodungen und massive Rückschnitte verboten sind. Man muss bei einem Verstoß mit Strafen von mehreren Tausend Euro rechnen.

(7) Die Ordnungswidrigkeit kann […] mit einer Geldbuße bis zu fünfzigtausend Euro, in den übrigen Fällen mit einer Geldbuße bis zu zehntausend Euro geahndet werden.

 

In Österreich stehen Palmweiden von  1. Februar bis 30. April unter Naturschutz. In diesem Zeitraum dürfen pro Person und Tag maximal drei Zweige mit einer Länge von höchstens 50 cm abgeschnitten werden. Bei (wiederholter) Missachtung dieser Regelung drohen Strafen bis zu 7.620 Euro.

Palmkätzchen stehen lassen und selbst anpflanzen

Leider sieht man in der Natur immer wieder völlig verstümmelte Exemplare mit abgerissenen Aststummeln und verletzter Stammrinde aufgrund menschlicher Gier. Bei zu massivem Eingriff sterben Salweiden ab. Daher appellieren wir an dieser Stelle sehr dafür, die Palmkätzchen stehen zu lassen.

Wir können einen Beitrag zur Wiederansiedelung der Salweide leisten, indem wir sie in unsere Gärten und auf unsere Balkone pflanzen. Sie ist prinzipiell sehr unkompliziert, benötigt allerdings einen sonnigen bis halbschattigen Standort.

Weiters lässt sich die Salweide auch über Stecklinge in feuchtem Boden gut vermehren.

Nachhaltig Reisen Folge 12: Naturpark Altmühltal – Jurafelsen, Solardörfer und sanfter Radurlaub

Nachhaltig Reisen Folge 12: Naturpark Altmühltal – Jurafelsen, Solardörfer und sanfter Radurlaub

Eine Region, die zeigt, wie Entschleunigung wirtschaftlich funktioniert

Das Altmühltal in Bayern ist kein Ort der Extreme – und genau darin liegt seine Stärke. Sanfte Jurahügel, helle Kalkfelsen, mäandernde Flussläufe und kleine Städte mit mittelalterlichem Kern prägen diese Landschaft. Seit Jahrzehnten setzt die Region bewusst auf sanften Tourismus: Radfahren statt Durchgangsverkehr, kleine Pensionen statt Bettenburgen, regionale Wertschöpfung statt externer Investoren.

Der Naturpark Altmühltal gehört damit zu den frühesten Beispielen in Deutschland, wo Nachhaltigkeit nicht nachträglich „aufgesetzt“, sondern von Anfang an mitgedacht wurde.

Anreise & Mobilität – Radregion mit Rückgrat

Die klimafreundliche Anreise gelingt unkompliziert über Eichstätt, Riedenburg oder Gunzenhausen – alle gut an Bahn und Regionalbus angebunden.

Vor Ort setzt die Region konsequent auf umweltfreundliche Fortbewegung:

der bekannte Altmühltal-Radweg verbindet fast das gesamte Tal

dichte Netze aus Rad-, Wander- und Themenwegen

Fahrradmitnahme in Regionalbahnen

E-Bike-Verleih in nahezu jedem größeren Ort

Freizeitbusse mit Fahrradanhängern in der Saison

Das Ergebnis: Viele Gäste bewegen sich eine Woche lang ausschließlich mit Rad, Bus und zu Fuß – ohne Komfortverlust.

Übernachten – klein strukturiert, regional verankert

Großhotels sucht man im Altmühltal vergeblich. Stattdessen dominieren familiengeführte Häuser, Bio-Pensionen und Ferienwohnungen, oft in denkmalgeschützten Gebäuden oder moderner Holzbauweise.

Typisch für die Region:

Gasthöfe mit Umweltzertifizierung

Bauernhöfe mit Direktvermarktung

kleine Biohotels mit Solarthermie und regionalem Frühstück

Zelt- und Naturcampingplätze entlang der Altmühl

Viele Betriebe arbeiten mit lokalen Bäckern, Metzgern und Gemüsehöfen zusammen – Übernachten bedeutet hier automatisch Teilnahme an regionalen Kreisläufen.

Aktivitäten – draußen, ruhig, wirkungsvoll

Das Altmühltal ist eine der vielseitigsten Outdoorregionen Süddeutschlands – allerdings ohne Lärm und Masseninszenierung:

Radfahren entlang der Altmühl, durch Wacholderheiden und Felslandschaften

Wandern zu Naturdenkmälern wie den Zwölf Apostel Altmühltal

Kanutouren auf der gemächlich fließenden Altmühl

Fossiliensammeln in ehemaligen Steinbrüchen

Naturführungen zu Trockenrasen, Orchideenwiesen und Jurabiotopen

Bemerkenswert: Viele Angebote werden von ausgebildeten Naturführer:innen begleitet – mit Fokus auf Biodiversität, Geologie und Klimaanpassung, nicht auf Eventcharakter.

Kulinarik – Juraküche mit Herkunft

Die Küche im Altmühltal ist einfach, ehrlich und zunehmend biologisch geprägt:

Lamm und Rind aus extensiver Weidehaltung

Juradinkel, alte Getreidesorten und Streuobstprodukte

Forellen aus naturnaher Teichwirtschaft

Kräuter, Honig und Käse von kleinen Direktbetrieben

Immer mehr Gasthäuser kochen saisonal, reduzieren Fleischanteile bewusst und arbeiten nach Slow-Food-Prinzipien. Genuss entsteht hier nicht durch Auswahl, sondern durch Qualität.

Nachhaltigkeitsfaktor – frühes Vorbild für sanften Tourismus

Der Naturpark verfolgt seit Jahrzehnten ein klares Leitbild:

Schutz der Jurafelslandschaft und Trockenrasen

Förderung kleinbäuerlicher Betriebe

Besucherlenkung statt Übernutzung

Ausbau erneuerbarer Energien (viele Gemeinden mit Solar- und Biomassekonzepten)

Umweltbildung über Naturparkzentren und Schulprogramme

Besonders interessant: Einige Orte im Tal gelten als „Solardörfer“, mit überdurchschnittlicher Eigenstromproduktion und kommunalen Energiekonzepten – getragen von Bürgergenossenschaften statt Großkonzernen.

Conclusio – Leise Regionen sind die starken Regionen

Das Altmühltal beweist, dass Nachhaltigkeit kein Verzichtsprogramm ist – sondern ein Standortvorteil. Die Region lebt von Ruhe, Landschaft und regionaler Identität. Genau das macht sie wirtschaftlich stabil, touristisch attraktiv und ökologisch belastbar.

Wer hier reist, erlebt keine spektakulären Superlative – sondern etwas Dauerhafteres: eine Landschaft, die funktioniert. Und eine Region, die verstanden hat, dass weniger oft mehr Zukunft bedeutet.

Nächste Folge:
Werdenfelser Land – Zugspitze, Moore und klimabewusster Alpentourismus
Eine bayerische Alpenregion, die Hochgebirge mit Moorrenaturierung, sanfter Mobilität und regionaler Landwirtschaft verbindet.

 

Schädliche Weichmacher bei Kindern und Jugendlichen gefunden

Schädliche Weichmacher bei Kindern und Jugendlichen gefunden

Das Umweltbundesamt (UBA) veröffentlichte kürzlich die Ergebnisse einer Untersuchung der Urinproben von Kindern und Jugendlichen aus dem Frühjahr und Sommer 2025. Dabei konnte in 92 Prozent aller Proben das Abbauprodukt eines gefährlichen Weichmachers festgestellt werden, der in der EU aufgrund seiner Fortpflanzungsgefährdung verboten ist. Der Ursprung dafür liegt in UV-Filtern von Sonnencremen. Ab 2027 gelten EU-weit strengere Höchstwerte für Sonnenschutzcremen.

Bereits 2024 Jahren hat das Umweltbundesamt (UBA) Mono-n-hexylphthalat (MnHexP) im Urin von Erwachsenen nachgewiesen. MnHexP ist ein Abbauprodukt des Weichmachers Di-n-hexylphthalat (DnHexP), der als fortpflanzungsschädigend gilt und deshalb in der EU nicht zugelassen ist. Die Funde ließen sich auf eine Verunreinigung eines UV-Filters in Sonnencremes zurückführen. Neben MnHexP sind Menschen weiteren fortpflanzungsschädigenden Weichmachern ausgesetzt, so dass jede vermeidbare Quelle eliminiert werden sollte.

 

„Aufgrund der Ergebnisse der vergangenen Jahre waren wir nicht überrascht, MnHexP in den Urinproben von Kindern und Jugendlichen zu finden. Was uns jedoch überrascht hat, war der große Anteil belasteter Proben sowie die teils sehr hohen Konzentrationen.“

Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes

Fast alle Proben belastet

Bis zu einem Wert von 60 Mikrogramm pro Liter (µg/L) Urin ist nicht mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung zu rechnen. Diesen Wert hat die Kommission Human-Biomonitoring am UBA 2024  von den Ergebnissen 2024 abgeleitet. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat die tolerable tägliche Aufnahme für DnHexP mit 63 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag (µg/kg KG/d) angegeben.

In der aktuellen Kinder- und Jugendstudie ALISE („Aligned Study for Environmental Health“) wurden bisher 259 Urinproben von Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren aus den Monaten April bis Juli 2025 untersucht. In 238 der Proben (92 Prozent) wurde MnHexP gefunden. Zwei Studienteilnehmende überschritten mit 83 und 107 µg/L den HBM-I-Wert von 60 µg/L.

 

UV-Filter in Sonnencremen ist Verursacher

Die seinerzeit unmittelbar eingeleiteten Produktuntersuchungen von Sonnencremen bestätigten den Verdacht und ein Patent zur Herstellung des UV-Filters Diethylaminohydroxybenzoylhexylbenzoat (DHHB) zeigt klar, dass der Weichmacher DnHexP bei der Produktion des UV-Filters entstehen kann. Gleichzeitig wurde bei den Produktuntersuchungen deutlich, dass die Konzentration des Weichmachers im DHHB schwankt und auch Sonnencremes mit dem UV-Filter, aber ohne Verunreinigung, am Markt existieren.

 

Immer mehr Länder verbieten Sonnencremen

Mehrfachbelastung möglich

Di-n-hexylphthalat ist nicht der einzige fortpflanzungsschädigende Stoff, dem Menschen ausgesetzt sind. Beispielsweise lag die Gesamtbelastung gegenüber fortpflanzungsschädigenden Weichmachern in der letzten Studie des UBA an Kindern und Jugendlichen  (GerES V, 2014–2017) bei einem Großteil, insbesondere der jüngeren Kinder, über der von der EFSA (European Food Safety Authority, Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) als tolerierbar definierten Aufnahmemenge. Deshalb ist es wichtig, vermeidbare Quellen fortpflanzungsschädigender Stoffe zu eliminieren und wichtige Produkte wie Sonnencreme frei von Verunreinigungen zu halten.

Ökotest: Lebensmittelverpackungen mit Schadstoffen belastet

Dazu sagt Messner: „Kinder und Jugendliche haben eine besonders empfindliche Haut. Die Verwendung von Sonnenschutzmitteln ist und bleibt daher essentiell, um das Risiko von Hautkrebs zu minimieren.“

Wir haben uns mit dem Thema Sonnencreme bereits mehrfach auseinandergesetzt – hier zum Beispiel Bio-Sonnencremen im Vergleich zu herkömmlichen:

Der Geruch von Sommer

Start des größten Windparks Österreichs in Neusiedl/Weiden

In Neusiedl am See und Weiden am See geht ein zentrales Projekt der österreichischen Energiewende in Betrieb: Mit 23 Windkraftanlagen und einer geplanten Jahresproduktion von rund 250 Millionen Kilowattstunden startet der derzeit größte Windpark des Landes. Das Projekt markiert einen weiteren Schritt in Richtung Energieunabhängigkeit und Dekarbonisierung der Stromversorgung.

 

Dimension und Wirkung

Mit einer erwarteten Stromproduktion von 250 Millionen Kilowattstunden pro Jahr kann der Windpark rechnerisch zehntausende Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgen. Gleichzeitig werden erhebliche Mengen an CO₂-Emissionen vermieden, die bei fossiler Stromerzeugung entstehen würden. In Zeiten volatiler Energiepreise und geopolitischer Unsicherheiten stärkt die Anlage zudem die regionale Versorgungssicherheit.

Die Dimension des Projekts unterstreicht, dass der Ausbau erneuerbarer Energien in Österreich nicht mehr in Pilotgrößen denkt, sondern in industriellen Maßstäben plant. 23 moderne Windanlagen bündeln Leistung, Effizienz und Netzstabilität – und setzen ein klares Signal für den weiteren Ausbau im Burgenland und darüber hinaus.

 

Signal für die Energiewende

Der Standort Neusiedl/Weiden ist strategisch gewählt: Das Burgenland gilt seit Jahren als Vorreiter im Bereich Windenergie und deckt bereits einen Großteil seines Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen. Der neue Windpark verstärkt diese Position und zeigt, dass großflächige Projekte mit regionaler Wertschöpfung vereinbar sind.

Mit dem Start dieses Projekts wird deutlich, dass die Energiewende nicht nur ein politisches Ziel bleibt, sondern konkret umgesetzt wird – mit Infrastruktur, Investitionen und langfristiger Planung. Der größte Windpark Österreichs steht damit exemplarisch für die nächste Phase der Transformation: skalierbar, leistungsstark und regional verankert.

El Prix 2026: E-Autos im Kältetest in Norwegen

El Prix 2026: E-Autos im Kältetest in Norwegen

Im Jänner 2026 war der ÖAMTC wieder beim weltweit größten Reichweitentest bei außergewöhnlich harten Winterbedingungen von Elektrofahrzeugen „El Prix“ dabei. Dieser Praxistest wird jährlich zweimal vom norwegischen Automobilclub NAF durchgeführt. Bei bis zu minus 30 Grad, verschneiten Straßen und eisigem Wind wurden diesen Januar 24 Elektroautos an ihre Grenzen gebracht. Dabei wurden die Auswirkungen auf die Reichweite von E-Autos getestet.

 

El Prix ist der weltweit größte Praxis-Test für die Reichweite und das Aufladen von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen (BEV). Der Norwegische Automobilverband (NAF) führt El Prix seit 2020 zwei Mal pro Jahre durch, einmal im Sommer und einmal im Winter. Dabei wird die tatsächliche Reichweite der Fahrzeuge ermittelt und mit den offiziellen WLTP-Reichweiten verglichen.

Für den aktuellen Test wurde eine 450 Kilometer lange Strecke gewählt, die einen Mix aus Stadt, Landstraße und Autobahn sowie Steigungen beinhaltete. Gestartet wurde in Oslo bei minus 8 Grad über Lilleholm undging durch  einige ländliche Gegenden in Richtung Norden in einem großen Bogen um den Rondane-Nationalpark, wo minus 31 Grad herrschten. Es wurde so lange gefahren, bis es bei allen Fahrzeugen zu einem Leistungsverlust kam und die erforderliche Geschwindigkeit nicht mehr gehalten werden konnte.

 

 

Auswirkungen der Kälte auf Reichweite und Ladekapazität

„Bei Rekordwerten von bis zu minus 31 Grad Celsius zeigte sich die starke Auswirkung der niedrigen Temperatur auf die Reichweite von E-Autos: Kein Fahrzeug kam in die Nähe der angegebenen WLTP-Werte. Die höchsten Abweichungen zur angegebenen Reichweite lagen bei fast 46 Prozent, etwa bei Opel Grandland und Lucid Air Grand Touring, die niedrigste bei knapp unter 30 Prozent – bei MG S6 und Hyundai Inster. Im Durchschnitt lag die Abweichung bei knapp 38 Prozent unterhalb der WLTP-Reichweite“, fasst ÖAMTC-Techniker Florian Merker zusammen.

 

Die Modelle, die die größten Abweichungen hatten, waren meist auch die Modelle, die die höchsten Reichweiteangaben (WLTP) hatten.

Der amerikanische Lucid Air Grand Touring kam bei 960 km auf 520 tatsächlich gefahrenene Kilometern im Realtest.
Die zweitgrößte Reichweite erzielte der Mercedes CLA 350 4Matic AWD. Der 85-kWh-Stromer kam auf 421 Kilometer statt der nach WLTP angegebenen 709 Kilometer, was einem Minus von 41 Prozent entspricht.
Auf Rang drei lag der Audi A6 Sportback E-Tron Quattro mit 95-kWh-Akku, der 402 Kilometer gegenüber 653 WLTP-Kilometern erreichte, ein Minus von 38 Prozent.
Auf Platz vier lag der BMW iX mit 388 gefahrenen Kilometern und einem Minus von 39,5% zu der WLTP-Reichweite
Der Opel Grandland erreichte bei 484 WLTP-Kilometern im Realtest 262 gefahrene Kilometer, er hatte den größten Reichweitenverlust.

Grafik ©️ÖAMTC

Die Angst vor zu geringer Reichweite ist aber unbegründet

Die tatsächlich gefahrenen Kilometer lagen zwischen 224 (Suzuki eVitara) und 520 Kilometern (Lucid Air Grand Touring). „Die Daten zeigen, wie wichtig eine gute Streckenplanung und die Verfügbarkeit von Ladestationen für E-Autofahrer:innen im Winter sind – besonders bei sehr niedrigen Temperaturen“, betont der ÖAMTC-Techniker. Das belegt auch der parallel durchgeführte Ladetest.

Conclusio: Die Verfügbarkeit von Ladestationen, Ladegeschwindigkeit und Verbrauchseffizienz ist wichtiger als die Reichweite

Beim Aufladen erreichten 13 der 24 getesteten Fahrzeuge den gewünschten Ladestand von 80 Prozent in weniger als 30 Minuten. Sechs Fahrzeuge waren sogar schneller auf 80 Prozent als vom Hersteller angegeben.

„Bei diesem Ladetest zeigte sich, wie wichtig eine gut temperierte Batterie für das Laden eines Elektrofahrzeuges ist. Trotz Temperaturen von minus zehn Grad Celsius an den Ladestationen haben die getesteten Fahrzeuge gut abgeschnitten“, erklärt Merker.

Laut der Erfahrung des ÖAMTC werden in Zukunft Ladegeschwindigkeit, Verbrauchseffizienz und Verfügbarkeit von Ladestationen wichtiger sein als die maximale Reichweite eines Elektrofahrzeuges.

 

Test als Vorschau für mögliche neue Modelle in Europa

Ein weiterer interessanter Aspekt von „El Prix“: In Norwegen finden sich viele Fahrzeugmodelle, die es noch nicht auf den österreichischen Markt geschafft haben, die aber beim Test dabei waren, zum Beispiel die chinesischen Modelle Changan Deepal S05, KGM Musso, Xpeng X9 und Zeekr 7X. „Für den ÖAMTC ist es daher eine gute Vorschau, welche Hersteller in der nächsten Zeit den Schritt nach Europa planen“, sagt Merker.